NATÜRLICH MOBILE ALTERNATIVEN -
UNSERE VORSCHLÄGE

5 Argumente für die Ostrandstraße.....
.....und was wir davon halten!

„Dessau - natürlich mobil“ setzt sich für eine attraktivere Wohn- und Verkehrssituation in Dessau ohne die Ostrandstraße ein.

Der katastrophale Zustand der Verkehrswege - z.B. der Albrechtstraße - muss verbessert und der Durchgangsverkehr aus den Wohngebieten gehalten werden. Dazu ist die von der Stadt geplante Ostrandstraße (wird auch "Nordumgehung" genannt) nicht geeignet.
• Die Planungen basieren auf veralteten und mittlerweile falschen Zahlen zum Verkehrsaufkommen und zum Durchgangsverkehr. Die Nordumgehung wird den Autoverkehr in Dessau Nord - vor allem in der Schlachthofstraße und in der Karlstraße - nicht nennenswert verringern. Vielmehr kann der Durchgangsverkehr über die bestehenden Umgehungsstraßen gelenkt werden.

• Die Nordumgehung zerstört einen Teil der einzigartigen Naturlandschaft und beeinträchtigt das UNESCO-Weltkulturerbe des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs. Sie wird Dessau Nord zusätzlichem Verkehr und Lärm aussetzen und den Zugang zu den Muldeauen erschweren.

• Das für die Nordumgehung verplante Geld wird dringend benötigt, um die bestehenden Verkehrswege zu verbessern. Allein der Bau wird über 11 Mio. € verschlingen. Gleichzeitig hat die Stadt kein Geld, die be-stehenden Straßen und das Radwegenetz in der „Fahrradstadt Dessau“ in einem akzeptablen Zustand zu erhalten.

Wir fordern die Stadt auf, die Entscheidung zum Bau der Nordumgehung rückgängig zu machen. Stattdessen erwarten wir, dass die Stadt eine aktuelle, verlässliche Verkehrszählung durchführen lässt, die Aufschluss über den tatsächlichen Durchgangsverkehr in Dessau Nord gibt. Dieser muss konsequent über die bestehenden Umgehungsstraßen - Askanische Straße, Bahnhofstraße (ab 2009) und Roßlauer Straße - gelenkt werden.


Die Ostrandstraße
stellt einen erheblichen Eingriff in die Natur und den Erholungswert der Landschaft (erschwert den Zugang zu den Muldauen, Belastung der Kleingärten und des Schillerparks) dar und belastet den kommunalen Haushalt beträchtlich durch die Baumaßnahme selbst sowie die Unterhaltungskosten. Eine derartig tief greifende Verkehrsmaßnahme muss gut begründet sein und sinnvolle, erhebliche Verbesserungen der verkehrlichen Situation in Dessau-Rosslau bewirken. Die Stadt Dessau-Rosslau verfolgt hierbei Ziele, die durchaus im Sinne der Bevölkerung der Umwelt und der lokalen Wirtschaft liegen:
• Entlastung der Wohngebiete (insbes. Karlstraße) vom Durchgangsverkehr (Lärm, Abgase, etc.)

• Bessere Anbindung des Gewerbegebiets Nord

• Umgestaltung der Albrechtstraße/Kavalierstraße (Ostrandstraße als Voraussetzung zur Verkehrsentlastung bzw. -umleitung) zur Erhöhung der Attraktivität der Innenstadt Dessaus.

• belastet den kommunalen Haushalt beträchtlich durch die Baumaßnahme selbst sowie die Unterhaltungskosten.

Diese Ziele können jedoch mit anderen Mitteln sicherer, kostengünstiger und ohne diese Nachteile erreicht werden. Wir zweifeln an, dass die zu entlastenden Straßen tatsächlich von einem so großen Anteil an Durchgangsverkehr befahren werden, und dass somit durch die Ostrandstraße ein so großer Teil dieses Verkehrs umgeleitet werden kann. Es bestehen vielmehr andere Möglichkeiten (Sanierung des Fahrbahnbelags, Geschwindigkeitsreduzierungen, Verkehrsleitung, etc.), die verkehrliche Situation in Dessaus Innenstadt zu verbessern – Maßnahmen, für die das Geld fehlt, wenn dieses für die Ostrandstraße verwendet wird. Zudem ist anzunehmen, dass die Verkehrsbelastung sich durch den Bevölkerungsrückgang in Dessau in Zukunft entschärft. Wir fordern die Stadt auf, die Entscheidung zum Bau der Ostrandstraße rückgängig zu machen.




Markus Geupel © 2008